Pressemitteilung zum 80. Geburtstag von Pfr. Dr. Wolfhard Schlichting

Pressemitteilung vom 18. März 2020
ABC gratuliert Dr. Wolfhart Schlichting zum 80. Geburtstag
Lohr am Main / Regensburg – Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) gratuliert seinem ersten Sprecher Pfarrer Dr. Wolfhart Schlichting zu seinem 80. Geburtstag an diesem 18. März. Schlichting hatte den ABC 1989 mitgegründet und damit einen wesentlichen Impuls zur gemeinsamen Vertretung theologisch konservativer Gemeinschaften in der bayerischen Landeskirche gegeben.
Der heutige ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth (Lohr am Main) würdigte Schlichting als überaus gebildeten Theologen, scharfen Denker und eindrücklichen Prediger: „So hat mich der Theologe Wolfhart Schlichting immer in seiner fundierten Kenntnis der Kirchen- und Theologiegeschichte beeindruckt. Dabei ist sein geschichtlicher Zugang nie Selbstzweck, sondern immer verbunden mit dem systematisch-theologischen Zugang und dem Bestreben, die Heilige Schrift tiefer zu verstehen. Es hat mich geprägt, wie fest verwurzelt er in der christlichen Glaubenslehre ist und wie er in seiner Suche nach klarer Erkenntnis aus dem Glauben heraus die vom Heiligen Geist erleuchtete Vernunft einsetzte.“
Schlichting habe insbesondere auch durch die Art und Weise der Verkündigung geprägt: konzentriert auf die Rechtfertigung des schuldigen Menschen durch Gott um Christi willen, also auf die Mitte der lutherischen Theologie, so Roth. „In der Aufnahme von Literatur, Kunst und Zeitgeschichte ist seine Verkündigung aktuell und lebensnah, in ihrer ernsten, einträglichen Vortragsweise wirkt sie packend und befreiend.“ Diese rhetorische Begabung habe Wolfhart Schlichting auch in vielen Rundfunkpredigten unter Beweis gestellt. Er sei Schlichting sowohl im Blick auf seinen vielfältigen Dienst in Predigten, Vorträgen, Bibelarbeiten und Publikationen als auch für seine maßgeblichen Impulse für den ABC persönlich zutiefst dankbar.
Schlichting wurde 1940 in München geboren, er ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in der Nähe von Regensburg, wo er als Studentenpfarrer wirkte. Er wurde 1969 mit einer Arbeit zur „Biblischen Denkform in der Dogmatik“ (Karl Barths) promoviert, lehrte später an der damaligen CVJM-Sekretärschule in Kassel sowie am Lutherischen Theologischen Seminar in Hongkong. Er war Pfarrer bei der Christusbruderschaft in Falkenstein, in Erlangen und in Augsburg, gehörte der evangelischen Landessynode sowie der EKD-Synode an. Jüngere Entscheidungen der Landeskirche und der EKD kritisierte er deutlich, so bezeichnete er das EKD-Familienpapier aus dem Jahr 2013 als „Zeichen für die Verirrung der Kirche“. Nach der Entscheidung der bayerischen Landeskirche für die gottesdienstliche Segnung von homosexuellen Paaren schrieb er 2018 in den ABC-Nachrichten unter anderem: „In biblischer Perspektive müsste man wohl den Gott, der dabei angerufen wird, einen Civil Religion – Götzen nennen, der, anders als der Gott der Bibel, keinen eigenen Willen hat, sondern absegnet, was eine Mehrheit sich wünscht. Ich gehe diesen Weg nicht mit, sondern bleibe in der lutherischen Kirche, wie sie vorher war.“
Der ABC im Internet: www.abc-bayern.de