Pressemeldung zum Christustag am 3.10.2020

Christustag in Bayern: Jesus gerade in Krisenzeiten bekennen!

Der Christustag in Bayern in Corona-Zeiten in der Münchner Paul-Gerhardt-Kirche.

Foto: Privat

München (idea) – Gerade in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie ist jeder Christ dazu verpflichtet, das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen und weiterzugeben. Mit diesem Aufruf des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) ist der Christustag in Bayern zu Ende gegangen. Er fand am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) an fünf Orten statt und wurde vom ABC organisiert. Zu den Veranstaltungen in Berg (bei Hof), Gunzenhausen, Lauf an der Pegnitz, München und Regensburg kamen nach Angaben des Arbeitskreises rund 400 Besucher. Die Teilnehmerzahl war Corona-bedingt begrenzt. Weitere 500 verfolgten das Programm per Livestream.

Das Treffen stand unter dem Motto: „Wahrheit, die trägt: Christus“. In einer Erklärung zum Christustag bekennen sich die Teilnehmer zu Jesus Christus „als dem einen, der selbst die Wahrheit ist“. Wer mit dem Sohn Gottes verbunden sei, sei in Wahrheit frei und nicht auf alternative Wahrheiten angewiesen. „Wer an Christus glaubt, hat einen festen Grund gefunden in den Stürmen des Lebens“, heißt es weiter. Christen sei berufen, inmitten von Ängsten, Schreckensnachrichten, Sorgen und Unsicherheiten an dieser Wahrheit festzuhalten. Der bayerische Christustag fand zum sechsten Mal statt. Zum Programm gehörten Gottesdienste, Vorträge und Diskussionen. Zu den vergangenen Christustagen in Bayern kamen jeweils zwischen 1.500 und 2.000 Besucher.

Parzany: Bibelkritik macht Fundament kaputt

Der Vorsitzende des „Netzwerks Bibel und Bekenntnis“, Ulrich Parzany (Kassel), vertrat die Ansicht, dass die Kritik an der Glaubwürdigkeit der Worte Jesu das Fundament der Bibel kaputt mache: „Das ist die Not auch in den evangelischen Kirchen heute. Das muss man klar aussprechen.“ Zweifler argumentierten, die Schreiber der Evangelien hätten nachträglich Jesus Worte in den Mund gelegt. Wenn das wahr wäre, so Parzany, müssten sich Christen heute nur auf den Glauben der ersten Christen verlassen. In seiner online übertragenen Bibelarbeit sagte er, es gebe „viele Indizien für die Glaubwürdigkeit und historische Zuverlässigkeit der Bibel“.

Landesbischof a. D. Rentzing: Den christlichen Glauben nicht vernebeln

Der ehemalige Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing (Dresden), ermutigte ebenfalls dazu, der Bibel zu vertrauen und ein Leben in der Nachfolge Jesu zu führen. In einer online übertragenen Bibelarbeit sagte er, in einer Zeit, wo über Wahrheitsansprüche und Fake News (Falschmeldungen) viel debattiert werde, sei es nicht einfach zu erkennen, was Wahrheit ist. Wenn Menschen an alles Mögliche und Unmögliche glaubten, werde der christliche Glaube manchmal als ein „nebulöses Etwas“ verstanden. Durch die verschiedenen Vorstellungen von Jesus Christus als Revolutionär, als Mann von weltgeschichtlicher Bedeutung oder als jemand, der sich besonders um Arme kümmerte, sei „der wirkliche Jesus hinter einer großen Nebelwand“ verschwunden. Als „Gegengift gegen die Vernebelung“ des christlichen Glaubens verwies der Theologe auf den Appell Jesu an seine Nachfolger: „Bleibt an meinem Wort“ (Johannes 8, 31-32). Dadurch „tritt Christus aus dem Nebel hervor, und wir beginnen zu erkennen, wer er wirklich ist“, so Rentzing.

Das Herz nicht an falsche Götzen hängen

Die Wahrheit sei kein abstraktes Etwas. Sie erweise sich im Leben von Christen. Der Glaube lasse die Wahrheit erkennen und habe einen befreienden Charakter. Dadurch verlören sich die Angst vor dem Leben und das Streben nach falschen Zielen. Man müsse nicht mehr länger sein Herz an falsche Götzen wie Reichtum, Macht, Geld, Ansehen, Erfolg hängen.

Ähnlich äußerte sich der frühere Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Rolf Hille (Heilbronn). In Gunzenhausen sagte er: „Jesus ist die Wahrheit in Person.“ Er halte seine Versprechen und sei glaubwürdig. Jesus sei aus Liebe in die Welt gekommen und wolle den verlorenen Menschen retten und aus seinem Elend befreien

Garth: Toleranz nicht mit Beliebigkeit verwechseln

Kritik an einem falsch verstandenen Toleranzbegriff äußerte der Wittenberger Pfarrer Alexander Garth bei der Veranstaltung in München. Toleranz sei nicht mit Beliebigkeit oder Gleichgültigkeit zu verwechseln. Christen, die den Anspruch Jesu aufgäben, der Messias und Retter der Welt zu sein, seien nicht glaubwürdig und nicht gesprächsfähig, so Garth. Zugleich müsse immer deutlich werden: „Christliche Toleranz liebt den anderen, auch wenn er eine andere Überzeugung hat.“ Ebenfalls in München rief die Leiterin der Württembergischen Bibelgesellschaft, Pfarrerin Franziska Stocker-Schwarz (Stuttgart), dazu auf, „an Jesu Wort“ zu bleiben“ und davon viel auswendig zu lernen. Ihr gefalle die englische Übersetzung „to learn by heart“, weil dadurch deutlich werde, dass Worte beim Auswendiglernen ans Herz wachsen und damit das Leben verändern.

Hasselhorn: Als Christ selbstkritisch und demütig bleiben

Bei einem Vortrag in Berg (bei Hof) warnte der Theologe und Historiker Benjamin Hasselhorn (Würzburg) laut Manuskript Christen vor einer „Bestätigungstendenz“. Das Phänomen aus der Sozialpsychologie meine die Neigung, Informationen einseitig zu deuten, um eine vorgefasste Meinung oder Annahme zu bestätigen. Gegenargumente würden ignoriert oder umgedeutet. Als Beispiel nannte Hasselhorn Menschen, die in Bezug auf das Coronavirus einseitig Informationen auswerten.

Mit Blick auf den christlichen Glauben und der Wahrheitsfrage könnten Christen gut Argumente für die eigene Sichtweise finden, doch: „Wir sind Weltmeister darin, Gegenargumente auszublenden.“ Jesus Christus habe gemahnt, mit Kritik zuerst bei sich selbst anzufangen. Er habe gefordert: „Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen“ (Matthäus 7,5).

Sich auch mit Gegnern des christlichen Glaubens umgeben

Neben Selbstkritik und Demut empfahl Hasselhorn, sich auch bewusst mit Gegnern des christlichen Glaubens zu umgeben. Dadurch könnten Argumente für die eigene Glaubensposition vorgebracht werden. Der Gegner wiederum bringe Gegenargumente, die man allein nicht gefunden hätte, weil der Anreiz dazu fehle. Hasselhorn: „So zieht jeder dem anderen den Splitter aus dem Auge.“

epd vom 4.10.2020

 

„Christustag“ als Vergewisserung des Glaubens

 

München (epd). Die Orientierung an der Bibel und Jesus Christus ist im Mittelpunkt der Veranstaltungen zum „Christustag“ des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) in Bayern, verschiedener Gemeinschaften und Kirchengemeinden am Samstag gestanden. Die Kirche müsse in einer Zeit des weltanschaulichen Pluralismus Jesus Christus als die Wahrheit für alle Menschen verkünden, sagte laut Mitteilung der ABC-Vorsitzende Till Roth, Dekan in Lohr. Der ehemalige sächsische Landesbischof Carsten Rentzing sagte, dass die christliche Wahrheit nicht nebulös, sondern durch die Orientierung an Jesus und sein Wort sehr klar sei.

Kritik an einem falsch verstandenen Toleranzbegriff äußerte der Wittenberger Pfarrer Alexander Garth bei der Christustags-Veranstaltung in München. Toleranz dürfe nicht mit Beliebigkeit oder Gleichgültigkeit verwechselt werden. Deshalb seine Christen, die den Anspruch aufgäben, dass Jesus „der Messias und Retter der Welt“ sei, nicht glaubwürdig und nicht gesprächsfähig. Allerdings müsse auch immer deutlich werden: „Christliche Toleranz liebt den anderen, auch wenn er eine andere Überzeugung hat“, sagte der Theologe. Wie der Regensburger Regionalbischof Klaus Stiegler in einem Grußwort sagte, trage der „Christustag“ zur „Vergewisserung des Glaubens als Lebenskraft“ bei.

Das Online-Angebot zum „Christustag“ umfasste Gottesdienste, Statements und Bibelarbeiten. Wegen den Corona-Beschränkungen kamen zu den Live-Veranstaltungen den Angaben zufolge nur rund 400 Besucher, während bei den früheren Christustagen zwischen 1.500 und 2.000 Besucher gezählt worden seien.

(00/3313/04.10.2020)