Mittwoch 20. Juli 2016

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst. “ Joh. 21,18

Jesus beobachtet nicht nur die Fakten des Älterwerdens, wenn er sich an Petrus wendet, sondern erklärt ihm auch die Fakten der Jüngerschaft, nämlich, dass Christus nachzufolgen zum Kreuz – und zum Ewigen Leben führt. Jesus sagt vorher, auf welche Weise Petrus sterben wird, was nach der Überlieferung eine Kreuzigung mit dem Kopf nach unten war. Die Psychologen sagen uns, dass, wie gut wir altern, bestimmt ist von der Art und Weise, wie wir mit den Verlusten umgehen, mit denen wir konfrontiert werden, denn davon gibt es viele: Verlust von Kraft, Gesundheit, Einkommen, Schönheit, Freunden. Viele finden den Verlust der Unabhängigkeit als den, der uns am stärksten beunruhigt, und trotzdem verweist Jesus darauf, dass eine solche Abhängigkeit von Ihm für wahre Jüngerschaft unverzichtbar ist.

Herr, hilf mir, wie es in dem alten Lied heißt, Dir alles zu übergeben. Hilf mir, von Dir allein abhängig zu sein, wenn ich den Herausforderungen des heutigen Tages und der Zukunft ins Auge schaue. Möge ich das Wissen um die Tatsache immer vor Augen haben, dass Du allzeit bei mir bist, wenn ich stark und wenn ich schwach bin. Möge ich so von Dir abhängig sein, dass Andere Dich in mir erkennen können und Deinen Namen verherrlichen.

Herr, hilf mir, immer von Dir abhängig zu sein und auf die Zukunft, die Du für mich gesichert hast, als meine Hoffnung für die Gegenwart zu schauen. Und möge ich diese Hoffnung mit denen teilen, die keine Hoffnung haben. In Jesu Namen. Amen.