28.02.2015 Bericht von der Akkreditierungsfeier der STH Basel

Prominente Gäste an der Akkreditierungsfeier der STH Basel
Riehen, 23 Februar 2015 – Am 21. Februar 2015 hat die Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel (STH Basel) die bereits im November 2014 ausgesprochene Akkreditierung als universitäre Institution gebührlich gefeiert. Zahlreiche prominente Gäste aus Universität, Kirche und Politik überbrachten der STH Basel Glückwünsche und Grüsse.
„Ich heisse sie ganz herzlich willkommen, liebe Staatsunabhängige Theologische Hochschule, im Kreis der Schweizer Hochschulen in jeder Hinsicht“, so grüsste Prof. Dr. Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel, die STH Basel auch im Namen der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten. Unterstrichen wurden diese Worte durch die von der Universität Basel entsandte Delegation, der neben dem Rektor auch der Vize-Rektor Prof. Dr. Maarten Hoenen sowie der Dekan der theologischen Fakultät Prof. Dr. Hans-Peter Mathys angehörte. Loprieno wünschte der STH Basel Freude an der unauflösbaren Spannung von Zusammenarbeit und Wettbewerb in der Hochschullandschaft.
Zu einer Zusammenarbeit, so Prof. Dr. Andreas Beck, Dekan der Evangelischen Theologischen Fakultät Leuven in Belgien, bilde die Akkreditierung eine hervorragende Ausgangslage. Es entspreche den gegenwärtigen Anforderungen und dem christlichen Ethos, sich nachvollziehbaren und objektiv beurteilbaren Qualitätsstandards zu stellen. Auf dieser Grundlage könne nun die institutionelle Kooperation mit der STH Basel weiter ausgebaut werden. Eine engere Zusammenarbeit wünscht sich auch Dr. Horst Schaffenberger, Seminarleiter des Theologischen Seminars St. Chrischona (TSC). Begleitet wurde er von einer ansehnlichen Gruppe aus dem Lehrkörper des TSC, was die nachbarschaftliche Verbindung anschaulich dokumentierte.
Dass es im Theologengeschäft nicht immer so harmonisch zugeht, illustrierte Prof. Dr. Ralph Kunz von der Universität Zürich mit dem Wort des Apostels Paulus: „Wenn ihr einander beisst, schaut zu, dass ihr euch nicht verschlingt!“ (nach Galaterbrief Kapitel 5,15). In diesem Sinne mahnte Kunz, als Evangelische Theologen einander nicht zu zerfleischen, sondern die Gelegenheit der Akkreditierung zu nutzen, „das geschwisterliche Debattieren zu üben“ und „Freundschaften zu pflegen und zu vertiefen“.
Theologie erfolgt nicht ohne Auseinandersetzung. Das verdeutlichte Prof. Dr. Reinhard Slencka, Erlangen, in seiner Festrede. Es bestehe nämlich eine unüberbrückbare Differenz in der Frage, ob Theologie beim Menschen und seinen Erkenntnismöglichkeiten ansetze, oder ob sie von Gott und seiner Offenbarung ausgehe. Slencka plädierte dafür, die Bibel als Wort Gottes zu verstehen. Durch sie rede Gott den Menschen an und befähige ihn so zur Gottesbeziehung. Dieses Reden Gottes ereigne sich vornehmlich im Gottesdienst, so dass Theologie als Wissenschaft aus dem Gottesdienst der Kirche geboren werde.
Grussworte aus Frei- und Landeskirchen unterstrichen diese auch aus Sicht der STH Basel unerlässliche Verbindung von Theologie und Kirche. Nach Daniel Reuter, dem Delegierten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK), sei durch die Akkreditierung der STH Basel „eine neue Ausgangslage entstanden, die es zu würdigen gilt“. Sie bilde einen Schritt zur Integration der STH Basel „in die theologische Wissenschaft auf dem Platz der Schweiz“. Der SEK sei zudem an einem periodischen Austausch mit der STH Basel interessiert. Pfr. Michel Müller, Präsident des Konkordats der Deutschschweizer reformierten Kirchen, wies auf die Vielfalt der Zugangswege zum Pfarramt hin und begrüsste, „dass zu dieser Vielfalt auch der Studiengang der STH Basel beiträgt“. Dr. David Jenny, Mitglied des Kirchenrats der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, überbrachte die Glückwünsche der Kantonalkirche, die sich darüber freue, nun neben der Universität Basel „einen weiteren Gesprächspartner auf zertifiziertem akademischem Niveau zu haben“.
Andreas Späth, Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB), wies auf den zunehmenden Pfarrmangel hin und zitierte die Aussage des Bayrischen Landesbischofs und EKD Ratsvorsitzenden, „dass wir eine neue Erweckungsbewegung brauchen“. Späth gab der Hoffnung Ausdruck, dass die STH Basel mit ihrem bibelorientierten Profil in beiderlei Hinsicht einen Beitrag leisten könne und sich die Landeskirchen deshalb für deren Ausbildung öffne: „Möge doch hier zusammenfinden, was zusammen gehört“.
In den Schweizer Freikirchen ist für den Zugang zum Pastorendienst ein akkreditiertes Theologiestudium zwar nicht Voraussetzung; trotzdem, so betonte Max Schläpfer, Präsident des Dachverbands Freikirchen Schweiz (VFG), sei die Freikirchenlandschaft insgesamt auf akademische Theologen angewiesen, so beispielsweise im Blick auf die theologische Arbeit in den Verbänden und auf die öffentliche Predigt: „In unserer Hochbildungsgesellschaft darf die Kunst des Predigens nicht verloren gehen … Sie ist ein Mittel, um am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen und den Glauben in der Öffentlichkeit gut zu vertreten.“
Die in Riehen beheimatete STH Basel erhielt vom Gemeindepräsidenten Hansjörg Wilde als Zeichen der Verbundenheit ein Bild, welches – durchaus symbolträchtig – die Dorfkirche St. Martin fokussiert. Für die Bemerkung, dass Riehen nun eine Universitätsstadt sei, erntete er spontanen Beifall.
Der anschliessende Apéro wurde von den Gästen zur Pflege persönlicher Kontakte rege benutzt. So hat die Festgemeinschaft direkt umgesetzt, was der Rektor der STH Basel, Prof. Dr. Jacob Thiessen, ihr zum Abschluss mitgegeben hat: „Wir haben eine Zukunft vor uns, wo wir Lernende bleiben … wir sind gemeinsam unterwegs und wir sind offen für jedes Gespräch. Das ist leider in der Vergangenheit oft nicht so geschehen. Da hat man aneinander vorbeigesprochen und übereinander gesprochen. Wir möchten miteinander sprechen.“