Geschichte

DSC_288835 Jahre KSBB

Am 13. November 1967 wurde die „Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis“ ins Nürnberger Vereinsregister eingetragen. Langjähriger 1. Vorsitzender wurde der Kronacher Dekan Friedrich Höfer, der 2002 verstarb (s. Nachruf in Bekenntnis und Sammlung von August 2002).

Er hatte bekenntnistreue Glieder seiner geliebten Landeskirche gesammelt, welche den unbiblischen und gotteslästerlichen Tendenzen, die sich damals in der EKD ausbreiteten, eine deutliche Absage erteilen wollten. Als Grundlagendokument diente die von Professoren und Pfarrern unterschriebene „Rummelsberger Erklärung“ vom Januar 1967, die sich gegen zeitgeistige und modernistische Theologie zur Wehr setzte und zum Festhalten an der ewig gültigen christlichen Glaubensbasis in reformatorischer Tradition aufrief.

Wie notwendig damals das klare christliche Bekenntnis war und noch heute ist, zeigt folgende prägnante Formulierung des bayerische Landesbischofs und EKD-Ratsvorsitzenden (also dem höchsten Repräsentanten des deutschen Protestantismus!) Hermann Dietzfelbinger aus dem Jahr 1971: „Wenn nicht alles täuscht, so stehen wir heute in einem Glaubenskampf, in einem Kirchenkampf, gegenüber dem der Kirchenkampf des Dritten Reiches ein Vorhutgefecht war. Das Unheimliche daran ist, daß dieser heutige Kampf vielfach kaum erkannt, zu allermeist verharmlost wird und unter Tarnworten wie ‚Pluralismus‘ voranschreitet“.

Obwohl er also den erneuten Bekenntniskampf klar voraussah, wollte Dietzfelbinger die Gründung einer Bekenntnisgruppe in seiner Landeskirche verhindern. Er wünschte sich, daß in Bayern eine bekennende Kirche in ihrer Gesamtheit bleiben möge wie im Dritten Reich. Die Gründer der KSBB waren hier realistischer.
Von Beginn an arbeitete die KSBB mit Gruppen (unter dem Dach der „Bekenntnisbewegung Kein anderes Evangelium“) in anderen Landeskirchen zusammen, die sich ebenfalls diesem zweiten Bekenntniskampf des 20. Jahrhunderts verschrieben hatten. Nach den Auseinandersetzungen der „Bekennenden Kirche“ mit dem Dritten Reich (erster Bekenntniskampf) ging es ab den 60er Jahren um die Abwehr einer säkularen und linksideologischen Unterwanderung und Vereinnahmung von Pfarrerschaft und Kirchenvolk. „Weltrevolution und Kanzel“ konnte und durfte für eine Kirche, die Kirche Jesu Christi bleiben wollte, kein Programm werden.

Ihren christlichen Aufklärungsdienst leistet(e) die KSBB durch theologische Grundsatzarbeit, die in Veröffentlichungen, durch Briefkontakte und auf Tagungen den Gemeinden und engagierten einzelnen Christen sowie Theologiestudenten nahegebracht wurde. Mit Übernahme des Vorsitz durch Pfarrer Dr. Friedrich-Wilhelm Künneth 1980 wurde die seelsorgerliche und gemeindebauende Form der Arbeit verstärkt. Dieser Weg hat sich im Gegensatz zum reinen „Bekenntniskampf“, der sich auf Kritik am Kirchenestablishment und den von ihm zu verantwortenden Zuständen beschränkt, als zukunftsträchtiger erwiesen.

Wirkungskreis der KSBB

Dieser doppelte Ansatz, Wächteramt und glaubensweckendes Wirken, schließt auch die Förderung von und Kooperation mit christlichen Bestrebungen im gesamt- und weltkirchlichen Rahmen mit ein. Hier seien einige der Felder genannt, auf denen die KSBB solches Christen unterschiedlicher Konfession und Nationalität vernetzendes Wirken entfaltet: Biblische „Ökumene“ durch Kontakte zu Christen, Gemeinden und Kirchen weltweit, wobei im Gegensatz zum verpolitisierten Weltkirchenrat in Genf unsere Verbindungen klar auf der Heiligen Schrift und dem Bekenntnis zum Heiland Jesus Christus basieren. Eintreten für verfolgte Christen weltweit v.a. durch Kooperation mit „Christian Solidarity International“ (CSI). Im Gegensatz zu „liberalen“ Kirchenleitungen führt die KSBB keinen heute üblichen blauäugigen „Dialog“ mit muslimischen Vertretern, weshalb wir auch auf die massiven Menschenrechtsverletzungen an Christen v.a. in islamischen Ländern aufmerksam machen. Förderung von diakonischem Wirken im In- und Ausland. Einsatz für Evangelisation und Mission vor der Haustür und weltweit. Die Reihe ließe sich noch fortsetzen.Selbst wenn also eines Tages die Kirche wieder auf evangeliumstreuen Kurs zurückkehrt, worauf wir weiter hoffen und wofür wir weiter beten sollen und müssen, wird unsere KSBB nicht überflüssig. Im Gegenteil, wir werden in den anderen o.g. Aufgabenfeldern derart viel Arbeit finden, in denen wir dann in Kooperation mit einer wieder klar biblisch ausgerichteten Kirche frohen Mutes durchstarten können. Der HERR hat Aufträge für uns, auch in den nächsten 35 Jahren! November 2002