29.04.17 Profesor Dr. Manfred Seitz heimgerufen

ABC trauert um Professor Manfred Seitz

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) trauert um seinen langjährigen Begleiter und Unterstützer Manfred Seitz, der am Freitag (28. April) im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Der ehemalige Erlanger Theologieprofessor habe mehrere Generationen bayerischer Theologen geprägt, so der ABC-Vorsitzende, Dekan Till Roth (Lohr am Main), der selbst bei Seitz studiert hat. Nicht nur seine Lehre war beeindruckend, so Roth: „Besonders vorbildlich war für mich die Ausrichtung der theologischen Arbeit auf die kirchliche Praxis und das christliche Leben. Was er vermittelte, war keine abstrakte Theorie der Praxis, sondern eine Reflexion und Anleitung aller Aufgabenfelder des Pfarrberufs, die unmittelbar anwendbar ist und vielfältig im pastoralen Alltag nachwirkt. Gerade mit Blick auf das geistliche Leben war er für mich ein weiser Lehrer, der sehr konkret über geistliche Lebensvollzüge sprach, aber dabei nicht in die Enge führte, der über Verbindlichkeit und Regeln sprach, aber jede Gesetzlichkeit vermied.“ Der Obmann der Gesellschaft für Innere und Äußere Mission im Sinn der lutherischen Kirche, Pfarrer Detlev von der Pahlen, schreibt: „Wir danken dem Lehrer der Theologie, der Pfarrer bildete, indem er dem Wort Gottes diente, der um der Gemeinde, der Kirche willen forschte, lehrte und predigte – und all dies im Sinn der lutherischen Kirche.“

Seitz war zunächst Professor in Heidelberg, bevor er 1972 auf den Lehrstuhl für praktische Theologie an die Universität Erlangen berufen wurde. Mehr als zwei Jahrzehnte leitete er zudem das Pastoralkolleg der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1994 engagierte sich Seitz in der bayerischen Landeskirche. So protestierte er im Jahr 2010 – wie der ABC – in einem Synodenantrag gegen das Vorhaben, das Zusammenleben von homosexuellen Paaren im Pfarramt zuzulassen. „Ein solcher Beschluss widerspräche Gottes Wort und Gebot“, so Seitz in seinem Antrag, es würde das Antidiskriminierungsgesetz über die Heilige Schrift stellen. Zur Begründung wies Seitz zusammen mit zahlreichen Unterstützern darauf hin, dass „die schöpfungsmäßige Zuordnung von Mann und Frau als Ebenbild Gottes“ das christliche Eheverständnis konstituiere.

Bei Kritik habe Seitz seine KIrche aber immer geliebt, er sei dankbar gewesen, ihr dienen zu dürfen, so der ABC-Vorsitzende Till Roth. In seiner Kondolenz spricht der ABC seiner Witwe Renate Seitz und seiner Familie sein herzliches Beileid aus.

Idea berichtet